Sind Specs die neuen Review-Artefakte?
Ich verbringe viel Zeit mit dem Review von handgeschriebenem Sourcecode. Primärziel ist die Erhaltung und Verteilung des mentalen Modells unseres Systems. Übertragen auf AI-getriebene Softwareentwicklung wird dieses Vorgehen schnell zum zentralen Bottleneck des Prozesses. Ich stelle mir zunehmend die Frage, wie weit wir unseren Agenten bezüglich des von ihnen generierten Sourcecodes trauen können? Müssen wir den Code überhaupt noch anschauen oder sollten wir unsere Reviews eine Ebene höher ansiedeln? Als ich vor 25 Jahren anfing, in Java zu programmieren, hatte ich nie das Bedürfnis, den vom Java-Compiler erzeugten Bytecode zu reviewen. Wenn Agenten die Compiler von heute sind, ist dann nicht der von Agenten generierte Sourcecode der Maschinen-Code von heute? Folgt daraus, dass die von Menschen geschriebenen Spezifikationen (z.B. Gherkin-Files) der neue Sourcecode und folglich die zu reviewenden Artefakte sind? Entsprechend würde sich das mentale Modell von technischen Artefakten (Architektur, Design-Entscheidungen, ADRs, etc.) hin zu Domänen-Artefakten, wie Prozesse, Domain-Modell, Anforderungen, etc. verlagern.